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Fall 16: Auflösung

Lerninhalte

  • Pleuraerguss

Röntgen Thorax PA initial und Verlauf

Die rechte Lunge ist homogen transparenzgemindert (mit kranialem “Auslaufen”) und das Mediastinum erscheint etwas nach links verlagert (Volumenplus). Dies passt zu einem massiven Pleuraerguss auf der rechten Seite – eine Totalatelektase hätte die Folge, dass das Mediastinum ipsilateral (in dem Fall nach rechts) verlagert wird (Volumenminus!). In der Verlaufskontrolle erkennt man einen neu einliegenden Katheter (Pfeil). Die Pleuradrainage wurde eingebracht und ca. 2 l Erguss drainiert. Der Patient hatte ein bekanntes Tumorleiden mit rechtsseitiger Pleurakarzinose und rezidivierenden großen Ergussmengen.

Eine geringe Menge an Flüssigkeit im Pleuraspalt (ca. 10-20 ml) ist normal. Als Pleuraerguss bezeichnet man eine über das normale Maß hinausgehende Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt. Im Stehen ist die Seitaufnahme sensitiver für die Detektion geringer Ergussmengen als die p.a. Aufnahme, da der posteriore Anteil des kostophrenischen Winkels tiefer steht als der laterale Anteil. In der Seitaufnahme lassen sich Ergussmengen ab 100 ml, in der p.a. Aufnahme ab 200 ml detektieren (im Gegensatz dazu in der Sonographie: schon 5-10 ml detektierbar!).

Aussehen eines Pleuraergusses im Röntgen Thorax

  • Charakteristische Form des frei auslaufenden Ergusses im Stehen (= “Meniskuszeichen” – cave: reines Summationsphänomen!) mit konkaver Begrenzung hin zur Lunge, die in der p.a. Projektion lateral höher steht als zentral (bzw. in der Seitaufnahme dorsal und ventral höher als zentral).
  • Bei größerem Erguss Kompressionsatelektase des angrenzenden Lungenparenchyms.
  • Bei ausgeprägtem Erguss noch deutlicheres Volumenplus mit Verdrängung des Mediastinums nach kontralateral und ggf. Abflachung und Tiefertreten der ipsilateralen Zwerchfellkuppe.
  • Im Liegen wird das Volumen des Ergusses meist unterschätzt, da sich der Erguss dorsal sammelt.
  • Dies führt zu einer homogenen Transparenzminderung des betroffenen Hemithorax, welche nach kranial hin “ausläuft”, d.h. die Transparenzminderung wird nach kranial weniger dicht ohne dass man eine klare Grenzlinie sehen kann (denn auch liegende Patienten liegen mit dem Kopf bzw. dem oberen Thorax meist etwas angehoben und nicht ganz platt auf dem Rücken). Die Lungengefäßzeichnung bleibt dabei meist erhalten und es ist kein Bronchopneumogramm abgrenzbar.


Weiterführende Literatur:

  • Karkhanis V et al. 2012: Pleural Effusion: Diagnosis, Treatment, and Management; doi:10.2147/OAEM.S29942
  • Hazlinger M et al. 2014: Quantification of Pleural Effusion on CT by Simple Measurement; doi:10.5507/bp.2012.042