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In Arbeit

Fall 12: Epikrise

Bei der Patientin lag eine venöse Stauungsblutung bei einer mehrsegmentalen, langstreckigen Sinusthrombose vor.

Achte bei der Befunderstellung auf die korrekten Begriffe: Sinusthrombose oder Hirnvenenthrombose. Der Begriff „Sinusvenenthrombose“ ist falsch, da Sinus keine Venen sind, sondern Duraduplikaturen.

Nach der nativen CCT wäre alternativ auch die Durchführung einer MRT des Schädels mit Kontrastmittel zur Diagnosefindung möglich gewesen, sofern es keinen zeitlichen Verzug gegeben hätte.
Die CT-Angiographie reicht für die Diagnosestellung einer Sinusthrombose aus. Häufig sind bereits in der arteriellen CTA die venösen Blutleiter ausreichend kontrastiert, um eine Sinusthrombose auszuschließen. Eine venöse CTA hat im Gegensatz zur arteriellen CTA keine Bolustriggerung sondern ein festes Delay (ca. 35 Sekunden). Die venöse CTA ist meist direkt verfügbar und weist deutlich weniger methodenbedingte Artefakte als die MRT auf. Eine weitere (invasive) Bildgebung (wie die diagnostische Angiographie) ist nicht erforderlich. Eine endovaskuläre Therapie mittels mechanischer Thrombektomie erfolgt nur in Einzelfällen bei schwer betroffenen Patient*innen und Versagen der medikamentösen Standardtherapie.

Bei der Patientin wurde im weiteren stationären Verlauf ein Antiphospholipid-Syndrom diagnostiziert, welche als Ursache der Sinusthrombose angenommen wurde.

Nach Einleitung der PTT-wirksamen Heparinisierung und antikonvulsiven Medikation besserte sich die Symptomatik. Bei Entlassung lagen keine Beschwerden vor.